Computerspielsucht PDF Drucken E-Mail

Ein inzwischen viel diskutiertes Thema ist die Computerspielsucht. Jugendliche ziehen sich zurück, verbringen immer mehr Zeit in virtuellen Welten am PC und sind manchmal kaum noch für etwas anderes zu begeistern. Es gibt erste Selbsthilfegruppen für Jugendliche, die nicht mehr ohne den PC sein können und Anlaufstellen für Eltern, für Austausch und Unterstützung.

Im folgenden ein paar Beschreibungen, die dazu führen können in World of Warcraft zuviel Zeit zu investieren.

 

Es gibt kein direktes Ende:

Im Gegensatz zu den meisten offline Computerspielen, sind die neuen online Rollenspiele offen konzipiert. Das heißt, das Spielgeschehen ist nicht nach einer Stunde Spielzeit abgeschlossen. Es gibt Spieler, die haben auch nach 2 Jahren mehr oder weniger regelmäßiger Spielzeit noch nicht alle Orte, Aufgaben und Ausrüstungen gesehen, wie sie es zum Beispiel in der Welt von Warcraft gibt. Eltern müssen wissen, dass das Kind nicht "fertig" mit einem Spiel wie World of Warcraft ist, wenn es das Spiel mal 2-3 Std gespielt hat. Vielmehr hat es nur einen winzigen kleinen Baustein von dem erreicht, was es noch alles zu entdecken gibt. Spielt das Kind unkontrolliert, kann das zu übermäßigem Spielen verführen. Der Zeitaufwand, den ein Spiel wie World of Warcraft ausmachen kann, ist eines der suchtgefährdenden Elemente dieser Computerspielart. War bisher für die Altersfreigabe das Kriterium Blut und Gewalt, so wird darüber nachgedacht, ob auch der Zeitaufwand zu einem exessiven Spielverhalten führen kann. Bisher waren keine wissenschaftlichen Aussagen darüber möglich, ob ein Spiel exessives Spielverhalten bewirkt, oder ob exessive Computerspieler sich solche Spiele suchen.(mehr dazu finden Sie in der KFN Studie, die in dieser Rubrik unter Veröffentlichungen verlinkt ist)

 

Möglichkeiten des fiktiven Charakter und die Online Freundschaften

Die Online Freundschaften, die sich im Laufe der Zeit über die Interaktionsmöglichkeiten die es in WoW gibt entwickeln, können sehr unterschiedlicher Art sein. Gemeinsam haben diese Kontakte, dass sie viel Raum zum experimentieren geben. Hat man sich mit einem Charakter nicht gut benommen, kann man ihn löschen und unentdeckt einen Neuen erstellen und spielen. In WoW gibt es unausgesprochene Benimmregeln, die von den meisten gewollt und akzeptiert sind. Diese Online Kontakte sind aber nicht vergleichbar mit echten sozialen Kontakten, da der Spielende zum Beispiel jederzeit die Kontrolle über den Kontakt hat. Er kann viel einfacher als im echten Leben den Kontakt bei Schwierigkeiten abbrechen und austauschen. Auch die Intensivität bestimmt der Spielende. Sollten die Onlinekontakte aber die Einzigen sein, die der Spielende noch hat, müssen Eltern besonders hinschauen, mit ihren Kindern darüber sprechen und sich ggf. Unterstützung suchen. Jugendliche, die schüchtern sind und Schwierigkeiten haben reale Freundschaften zu pflegen, können es in World of Warcraft leicht haben. Virtuelle Freundschaften, gebunden an ein gemeinsames Thema sind oftmals leichter zu führen. Konflikten kann der Spieler einfach entfliehen, wenn er sich aus dem Spiel ausloggt. 

 

Altersfreigabe ab 12 ... aber sollte mein Kind das wirklich spielen?

Jugendliche mit depressiven Neigungen können sich in dieser Welt verlieren. Es gibt Spieler, die beschreiben sich im realen Leben als real schüchtern. Virtuell kompensieren sie reale Kontakte und setzten diese mit virtuellen gleich. Eltern sollten individuell entscheiden, ob dieses Spiel tatsächlich für das eigene 12 jährige Kind geeignet ist. Man muss weiter bedenken, das sich hinter den befreundeten Charakteren die unterschiedlichsten Menschen verstecken. Kontakte, die der Spieler vielleicht im realen Leben gar nicht  eingehen würde. Jugendliche mit sozialen Schwierigkeiten können Defizite im normalen Leben in virtuellen Welten einfacher kompensieren. Daher ist es wichtig zu wissen, mit welcher Motivation und Ernsthaftigkeit das Kind ein Computerspiel spielt.

Die Diskussion darum, World of Warcraft erst ab 18 Jahren frei zu geben ist nicht von der Hand zu weisen, da Jugendliche im Alter von 12-16 oftmals noch unerfahren sind zu entscheiden was wirklich richtig ist. Daher ist das Mindeste, die 12-16 jährigen Spieler im Spiel ein Stück weit zu begleiten.

Im folgenden mal ein Beispiel im Teamspeak von einer Gilde, die es sich zum Spaß macht Jugendliche - Unwissende auf den Arm zu nehmen. Es bedarf schon Charakterstärke und das Wissen, was Mensch im Leben erreichen möchte, um sich nicht verleiten zu lassen. Das ist im Alter von 12 Jahren ein hoher Anspruch.

 

Im folgenden ein Beispiel aus einen Teamspeak Mitschnitt zwischen einer sehr erfahrenen Gilde und einem unwissenden Jugendlichen

Der Mitschnitt ist als Beispiel zu sehen, was auf einen 12 jährigen Spieler zu kommen kann. Bezeichnet an dem Mitschnitt ist, dass die Gilde eigentlich die Beeinflussbarkeit eines Spielers zeigen möchte. Die Ernsthaftigkeit, die dieses Gespräch auf den unerfahrenen Jugendlichen haben kann, unterschätzen sie jedoch.

Entnommen der Webseite: Hüter der Wälder

Teamspeak Mitschnitt Thema: "Ich hab auch die Schule abgebrochen deswegen!"